Rassestandard

Historisch entwickelte sich der Boerboel im 17. Jahrhundert zum allgemeinen Bauernhund der in Südafrika niedergelassenen Pioniere. In erster Linie wurden diese Hunde gegen Eindringlinge und bei der Verfolgung eingesetzt. Alte Bauern
erzählen viele Geschichte von der Kraft, Beweglichkeit und Mut des Boerboel. In den Gefahren und harten Bedingungen des südlichen Afrikas konnten damals nur die Stärksten überleben.

Der schützende Charakter des Boerboel ist auch heute noch offensichtlich und ist sehr begehrt, durch seine Ruhe ist er stabil und sicher, das macht die Gelassenheit der Rasse aus. Er ist ein Wachhund, auch heute noch die erste Wahl der Bauern Südafrikas, aber auch aus gleichen Gründen in den Städten und Gemeinden sehr beliebt.

Der Ursprung und Zweck des Boerboel, die einzigartige Identität und Eigenschaften der Rasse als südafrikanische Arbeitsdogge sollte verstanden und bewahrt werden. Bei einer Bewertung sind aber Typ, Körperbau, Funktionstüchtigkeit und Mentalität des Boerboel als Ganzes ebenso wichtig. Das Ziel des Rassestandard ist es, klare Leitlinien für Züchter und Richter da zu
bringen, um die einzigartige Vision des idealen Boerboel zu fördern.

RASSE STANDARD

1. Allgemeines Erscheinungsbild

Der Boerboel

Er ist groß, mit einer starkem Knochenbau und einer gut ausgeprägten Muskulatur.
Im Profil des Kopfes und des Körpers erscheint er kantig. Er hat eine
eindrucksvolle Haltung, die durch die Kombination von Optik, Belastbarkeit,
Vertrauen und kraftvolle Bewegung entsteht.
Der Boerboel verfügt über leistungsfähige, lebhafte und leichtfüßige Bewegung
trotz seiner Größe.
Er wirkt Symmetrisch und perfekt ausbalanciert, in den Anteilen die für die
Rasse gewünscht ist.
Der Rüde hat ein ausgeprägtes Geschlechtsorgan, bei einer Hündin sollte es nicht
so dominant entwickelt sein.

2. Temperament und Charakter

Der Boerboel

Ist intelligent, lernfähig und kontrollierbar.
Hat einen starken Beschützerinstinkt und ist loyal gegenüber Mitgliedern seiner Familie.
Er ist standhaft und ruhig, mit einer ausgeglichenen und selbstbewussten Art, stellt er sich dem gegenüber der sich ihm nährt.
In einer Gefahrensituation ist furchtlos und mutig.
Er braucht schon im frühen Alter eine Führung durch eine starke liebevolle Hand.

3. Kopf

Der Kopf ist beeindruckend und eine Besonderheit des Boerboel.
Es ist blockartig, breit, tief, ziemlich kurz und in Proportion zum Körper.
Er ist muskulös mit gut gefüllten Wangen.
Das Dach des Schädels quadratisch, flach und muskulös.
Die Jochbogen (Jochbein) ist gut bemuskelt, aber nicht zu dominant.
Der Stopp dominant, aber nicht im Vordergrund, flach abfallend und gut zwischen den Augen platziert.
Es sollte keine „ Stufe“ aber auch keine fast gerade Linie zwischen der Nase und dem Stopp sein
Die Schnauze ist breit, tief, gut befestigt, unterhalb der Augen gut gefüllt und verengt sich zur Nase hin leicht.
Der Nasenrücken ist gerade und verläuft fast parallel zum Schädeldach.
Die Schnauze nimmt etwas mehr als ein Drittel der Gesamtlänge des Kopfes (ca. 10 cm für die Rüden und 8 cm für die Hündinnen der ideale Höhe).
Die Nasenlöcher sind groß mit weitem Abstand, mit dem Septum (vertikale Linie) der Nase stehen sie senkrecht zu dem Unterkiefer.
Die Kiefer ist kräftig, tief und breit. Er verjüngt sich leicht nach vorn.
Die Zähne sind weiß, stark, mit einem kompletten Scherengebiss im richtigen Abstand (ein geringer Unterbiss ist unerwünscht; ein Überbiss ist inakzeptabel).
Die Oberlippe ist lose und fleischig. Sie deckt im vorderen Bereich nur die untere Lippe und die Zähne ab ,sollte aber nicht
Die Unterkante des Unterkiefers verbergen.
Die Unterlippe ist mäßig dicht ohne übermäßige Lefzen.
Die Augen sind mittelgroß, mandelförmig, nach vorne weisend und weit auseinander, mit einem intelligenten Ausdruck.
Sie wirken gut geschützt und haben feste und schwarz pigmentierten Augenlidern, sie dürfen keine strukturellen Schwächen zeigen.
Die Farbe des Auges ist bevorzugt dunkelbraun, aber alle Brauntönen (vorzugsweise dunkler als das Fell) sind akzeptabel.
Die Ohren sind breit und hoch angesetzt und dicht am Kopf.
Die V-Förmigen Ohren sind breit im Ansatz und verjüngen sich bis zu einer abgerundeten Spitze, die fast die gleicher Höhe des Mauls enden.
Wenn der Hund aufmerksam ist, sollte der Ohrenansatz und der dazwischen liegende Schädel eine gerade Linie bilden.
Der Gesichtsausdruck sollte intelligent, aufmerksam und selbstbewusst (nicht ausweichend, schüchtern oder bedrohlich) sein.

4. Der Hals und Nacken

Der Nacken ist kräftig, von mittlerer Länge, stark bemuskelt und mit einem ausgeprägten Kamm. (Bei Hündinnen darf die Muskulatur weniger ausgeprägt sein,, sollte aber im Gleichgewicht mit dem Kopf und Körper bleiben).
Er fließt reibungslos in den abfallenden Widerrist und bildet eine Einheit mit dem Kopf und Schultern.
Die Wamme ist spürbar, aber verschwindet in Richtung des Brustbeins.

5. Der Körper

Der Körper ist ungefähr 15% länger als die Höhe, an der Schulter horizontal auf einer vertikalen Linie an der Rückseite des Rumpfes gemessen. (Die Länge der Brust, Lenden und Kruppe sollten etwa 2:1:1 proportioniert sein).
Er ist blockartig, muskulös, fest und hat eine gute Tiefe und Breite.
Der Rücken ist breit und gerade, mit ausgeprägten Muskeln, er hat einen unauffälligen Bogen im Lendenbereich zu bilden.
Der Brustkorb reicht bis zur Spitze des Ellbogens, die etwa die Hälfte der gesamten Widerristhöhe ausmacht.
Die Übergänge zwischen der Brust, Lenden- und Hinterteil sind gut gefüllt und fließend.

6. Brust

Die Brust ist lang, breit und tief, mit gut gewölbten Rippen und stark entwickelten Brustmuskeln, die bis zu den Schulterblättern reichen.
Der tiefste Punkt des Brustbeins ist auf gleicher Höhe mit der Spitze der Schulter.
Die Schulterblätter sollten gut befestigt (nicht locker) sein.

7. Der Lendenbereich

Es ist kurz, gerade und muskulös, und etwas schmaler als Brust und Hüfte.
Die Flanken sind gut gefüllt, nur etwas ausgestellt. Die Tiefe ist etwas geringer als die Länge der Lende.

8. Der Rumpf, Kruppe

Der Rumpf ist breit, kräftig, muskulös und im proportional zu dem Rest des Hund.
Die Kruppe sollte nicht die Höhe der Widerristhöhe überschreiten, ihre Top Line fällt leicht in Richtung des Schwanzes.
Die Kruppe ist breit und flach, um dem Gelenk der Hinterbeine genügend Spielraum zu geben das die Bewegungsfreiheit der Hinterbeine nicht eingeschränkt wird
Die Rute ist dick und ziemlich hoch angesetzt. Sie sollte gut mit Haaren bedeckt sein und keinen Knick vorweisen.
Ursprünglich wird die Rute kupiert, aber nicht kupierte Ruten sind akzeptabel. Eine kupierte Rute sollte aber noch den 3. oder 4. Schwanzwirbel vorweisen.
Eine natürliche Rute sollte beim stehenden Hund von der Länge ungefähr bis zum Sprunggelenk reichen, wenn der Hund steht.

9. Beine und Füsse.

Schwache und missgebildete Gliedmaßen gefährden die körperliche Funktionalität,
Sie ist beim Boerboel erforderlich, und sollten ausgeschlossen werden.

10. Die Vorderbeine

Starke Knochen, mit gut definierten Muskeln und robusten Gelenken.
Sie sollten korrekt gewinkelt, sein vom gut geneigten Schulterblatt bis zum Mittelfuß (Fessel).
Sie sollte eine vertikale Linie bilden von den Schultern bis zu den Pfoten, von vorne gesehen sollten die Ellbogen nah und parallel zur Brust verlaufen.
Von der Seite gesehen sollte das Unterbein vertikal vom Ellbogen bis zur Handwurzel laufen. Die Mittelhand ist kurz, dick und stark und steht im Winkel sehr leicht nach vorn.
Die Vorderpfoten zeigen nach vorne, sind groß, rund, starkknochig und kompakt.
Die Zehen sind gut gewölbt, mit gebogenen schwarzen Krallen, die Zwischenräume sind mit Haaren bedeckt. Die Ballen sind dick, hart und schwarz.

11.Die Hinterbeine

Haben starke Knochen, sind robust und muskulös.
Die Gelenke sollten stark und korrekt gewinkelt sein, um den kraftvollen Vortrieb aus der Hinterhand während der Bewegung zu gewährleisten.
Die Oberschenkel sind breit, tief und muskulös, von der Seite und hinten gesehen.
Die Unterschenkel sind gut definierte bemuskelt und zeigen Substanz bis zu den Sprunggelenken.
Der Mittelfuß ist breit, relativ kurze und perfekt aufrecht. Die Zehen stehen in einer vertikalen Linie mit der Rückseite zum Rumpf.
Von hinten betrachtet sollte das Profil der Hinterteils ein umgekehrtes U bilden, die Kniegelenke gerade nach vorn gerichtet und die Sprunggelenke gerade nach hinten.
Die Hinterpfoten zeigen nach vorne, sind etwas kleiner als der Vorderpfoten, haben aber die gleiche Qualität.

12.Bewegung

Die Bewegung ist stark, zielstrebig, lebhaft und fließend, mit komfortabler Reichweite nach vorne und hinten.
Vorne und Hinten bewegen sich die Beine im Einklang zum Körper. Bei steigender Geschwindigkeit bewegen sich die Pfoten enger zur Mittelinie und bilden beim Betrachter eine V-Form.
Die Beine sollten sich auf dem Weg Richtung der Mittellinie jedoch nicht kreuzen.
In allen Gangarten ist die Topline fest und stark, ohne Schwanken oder eintauchen und nicht eigenständig Seite neigen.
Schwache, unsolide oder schleppenden Bewegungen werden nicht toleriert.

13.Die Haut

Die Haut ist dick und locker, aber fügt sich nahtlos.
Eine kleine Wamme und moderate Falten auf der Stirn, wenn der Hund aufmerksam ist sind zulässig

14.Pigmentierung

Der Boerboel ist gut pigmentiert, insbesondere auf den Lippen, Gaumen, der Haut und den Haare um den Augen, Nase , Pfoten, Zehennägel, den Anus sowie die Haut und das Haar um die Genitalien.
Nur Hunde mit schwarzer Hautpigmentierung sind akzeptabel.

15.Fell und Farbe.

Das Fell ist kurz, dicht, glatt und glänzend.
Die anerkannten Farben / Farbmuster sind (mit oder ohne Maske): Alle Schattierungen von Rot, Braun und Gelb (fawn).
Brindle: Brindle ist ein Farbmuster mit unregelmäßigen vertikalen Linien nur schwarzes Haar auf Rot, Braun oder Gelb als Basis.
Piebald: Piebald ist zulässig, kann zur Zucht verwendet werden, ist aber im Ring unerwünscht. Nicht mehr als 30% weiß ist akzeptabel.
Irish : Irish ist zugelassen zur Zucht, aber unerwünscht
Alle diese Farben und Farbmuster sollten von einer guten Pigmentierung begleitet werden.
Keine anderen Farben oder Farbmuster und braune Abzeichen sind zulässig.

16.Größe

Die ideale Höhe wird am Widerrist gemessen. Das Verhältnis zwischen der Höhe und der Abmessungen der anderen verschiedenen Teile der Außenanatomie muss stimmig sein.
Die ideale Höhe für einen Rüden ist 66cm (niedriger als 60 cm ist nicht akzeptabel).
Die ideale Höhe einer Hündin ist 61cm (niedriger als 55 cm ist nicht akzeptabel).

17.Genitalien

Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden vollständig im Hodensack aufweisen.

FEHLER

Jegliche Abweichung der vorgenannten Punkte muss als Fehler angesehen werden. Die Ernsthaftigkeit, in der die Fehlerbetrachtet werden muss, sollte im direktem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen.

DISQUALIFIKATION

Ein Hund, der zu klein ist (kleiner als die minimale Höhe die im Rassestandard festgelegt ist).
Ein Hund, der zu groß und aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Eine übermäßig aggressiver Hund.
Ein zu kleiner und untypischer Kopf.
Eine fehlende Pigmentierung.
Überbiss.
Übermäßiger Rückbiss.
Blaue Augen.
Stehohren.
Hunde die physische Abnormitäten oder Verhaltensstörungen, oder deutliche Anzeichen anderer Rasse aufweisen.